Vulva Shaming

Vulva Shaming
istock.com/Doucefleur

Gründe zum Schämen gibt es mittlerweile viele. Davon sind einige gerechtfertigt und nicht wenige davon gehören zur Kategorie „Fremdscham“.
Andere sind hingegen ausschließlich unnötig. Spitzenreiter in diesem Bereich ist definitiv das Bodyshaming und daher auch das noch spezifiziertere Vulva Shaming. Unser durchnormiertes Leben macht da leider vor dem Genitalbereich nicht Halt. So wird auch die Vulva, also der äußere, sichtbare Teil der Vagina, zur Scham-Angriffsfläche. Kein Wunder also, dass nun auch das Untergeschoss der einen oder anderen Frau durch Schönheitsoperationen renoviert wird.*

„Nach Angaben der Internationalen Gesellschaft für Ästhetische und Plastische Chirurgie (ISAPS) wurden im Jahr 2015 in Deutschland 5296 Schamlippen-Korrekturen durchgeführt, 2018 bereits 8743.“
Quelle: Quarks.de

*natürlich gibt es durchaus Operationen im Genitalbereich, die medizinisch sinnvoll und nötig sind. Hier sind ausschließlich Eingriffe aus ästhetischen Gründen gemeint.

Die ideale Vulva

Durch Pornos aber auch generell durch die Medien gibt es offenbar ein ganz klares Bild davon, wie eine Vulva auszusehen hat. Und wem eine Operation zu weit geht, für den gibt es Schminktipps für eine glänzende und ästhetische Vagina.

Und wie sieht die aus? Na klar, jung, symmetrisch, glatt und weich. Und natürlich schließen die äußeren Vulvalippen die inneren perfekt ein.

Natürlich realistisch

Dass das Idealbild allerdings nicht der Regelfall ist, zeigt die immer populär werdende Vulva-Kunst. Einen wichtigen Beitrag leistet hier die Vulva Gallery. Sie zeigt in Form von Illustrationen die Schönheit und Diversität des weiblichen Geschlechts. Dabei basieren die Kunstwerke auf realen Vulven und vermitteln somit ein wirklich realistisches Bild. 

Ein weiterer Trend, der dem Vulva Shaming entgegen wirkt, ist das sogenannte Vulva Watching. Dabei treffen sich Menschen mit Vulva und zeigen sich gegenseitig ihr bestes Stück. Für Viele ist das ein bedeutender Schritt, um sich selbst und den eigenen Körper besser zu akzeptieren. Da Vulven zu den Körperteilen gehören, die man bei anderen Menschen im Alltag nicht so häufig zu Gesicht bekommt, ist dies eine hervorragende Möglichkeit, um überhaupt eine Vorstellung von ihr zu bekommen. Und davon, dass „ideal“ eben nicht normal ist.

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