Was ist eigentlich mit Männergesundheit?

Große Jungs weinen nicht und sind auch sonst ziemlich unbesiegbar.
Wer per Stereotyp immer stark sein muss, kann sich keine Schwächen erlauben. Viele Männer schauen nicht genau auf ihre Gesundheit, um mögliche Schwachstellen gar erst nicht zu entdecken. Und wenn es doch mal irgendwo zwickt, dauert es meist (zu) lang bis Mann zur Ärztin (oder zum Arzt) geht.

Männer sterben im Durchschnitt 5 Jahre früher als Frauen. Viele tödliche Krankheiten können früher erkannt und noch geheilt werden, wenn eine regelmäßige Vorsorge stattfindet.
Ein Grund, warum auf das Thema Männergesundheit immer noch explizit hingewiesen werden muss, dürfte Aufrechterhaltung geschlechtsspezifischer Stereotype in der Gesellschaft sein.
Neben der Infragestellung solcher Rollenbilder ist es allerdings auch enorm wichtig, über Themen wie Vorsorgeuntersuchungen und regelmäßige Check-Ups öffentlich aufzuklären.
Es ist an der Zeit, mit den Klischees aufzuräumen – dann können nämlich auch Männer mal einen Schnupfen haben, ohne dass die Welt gleich untergeht. 😉

Prostatütata – es ist Zeit für Vorsorge

Statistisch erkranken Männer vor allem an Herzkrankheiten und Krebserkrankungen der Lunge, der Prostata und des Darms. Diese Krankheiten verlaufen am häufigsten tödlich. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können dazu beitragen, dass eine etwaige Krebserkrankung früh erkannt wird, was die Möglichkeit einer erfolgreichen Behandlung erhöht. Gerade wenn im familiären Umfeld Krebsfälle bekannt sind, ist es besonders wichtig, früh genug mit den Check-Ups zu beginnen.

In der Regel sollten Männer am 45 Jahren regelmäßig die “Große Hafenrundfahrt” antreten. Dadurch kann vor allem Prostata- und Hodenkrebs diagnostiziert werden.

Ab 35 Jahren sollte sich jeder Mann regelmäßig zum Check-Up begeben, um Blutwerte und Herz- und Lungenfunktion überprüfen zu lassen.
Grundsätzlich ist es für Männer jeden Alters ratsam, sich gesund zu ernähren (Männer müssen nicht extra viel Fleisch essen!) und sich regelmäßig zu bewegen. So ist es unter anderem möglich, ein Körpergefühl zu entwickeln, das schon früh auf eventuelle Mängel und Wehwehchen hinweisen kann.

Eine ungesunde Lebensweise frisst Lebensjahre

Laut einer britischen Studie aus dem Jahr 2013 ist die Wahrscheinlichkeit für Männer an Krebs zu erkranken 35% höher, da sie statistisch gesehen mehr Alkohol trinken, eher an Übergewicht leiden und mehr rauchen. Diese Umstände erhöhen auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zudem fand die Deutsche Gesellschaft für Ernährung 2017 heraus, dass Männer nicht nur besonders häufig übergewichtig sind, sondern auch bereits in vergleichsweise jungen Jahren – nämlich ab einem Alter von 30-35 Jahren.

Psychische Gesundheit

Auch der Fokus auf psychische Gesundheit von Männern ist wichtig, da dieser Bereich sehr sensibler ist. Schließlich reden Männer nicht gern über ihre Gefühle. Allerdings werden laut BZgA rund drei Viertel aller vollzogenen Suizide von Männern begangen.
Die Expert:innen der Stiftung Männergesundheit gehen davon aus, dass Depressionen bei 60 bis 90 Prozent der Betroffenen nicht erkannt und somit auch nicht behandelt werden.

Nicht betäuben, sondern behandeln

Oft versuchen Männer mit exzessivem oder gar aggressivem Verhalten eine scheinbare Bedrohung ihrer Männlichkeit durch ungewohnte Gefühle zu kompensieren. Der gesteigerte Konsum von Alkohol und anderen Drogen ist hier ebenfalls eine eine typische Reaktion.

Dabei ist es ist nicht nur okay, Traurigkeit, schlechte Stimmung oder Niedergeschlagenheit zuzulassen, sondern wichtig für die psychische Gesundheit aller Menschen. Oft hilft es bereits, sich Freund:innen anzuvertrauen. Wenn ein schlechter Gemütszustand allerdings länger anhält, sollte man(n) sich unbedingt professionelle sich Hilfe holen.

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